future of driving

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Es könnte alles so bleiben wie es ist, wenn man annehmen dürfte, dass Erdöl und Erdgas auch in Zukunft in großen Mengen und zu bezahlbaren Preisen verfügbar sein würden. Tatsache ist aber, dass bei wachsendem Bedarf die Lagerstätten immer schwieriger zu erschließen sind. Im Golf von Mexiko, in 1.500 Meter Meerestiefe, ein 3.000 Meter tiefes Bohrloch zu machen, ist höchste Ingenieurkunst. Aber noch in der Lebensspanne heute lebender Menschen, wird alles mit vernünftigem Aufwand gewinnbare Erdöl aufgebraucht sein.

Kraftstoffe aus Pflanzen werden nur einen kleinen Teil der sich öffnenden, riesigen Versorgungslücke schließen können. Es wird
sich daraus außerdem ein schlimmer Wettstreit entwickeln, ob die Pflanzen zur Ernährung oder zum Fahren verwendet werden sollten.

Schon seit Jahren sieht man elektrisch angetriebene Straßenfahrzeuge als die richtige und auf Sicht unausweichliche Alternative. Für den elektrischen Antrieb spricht, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt Strom zu erzeugen. Zunehmende Bedeutung sollen dabei erneuerbare Energien, wie z.B. Wasserkraft, Windenergie, Solarstrom usw. gewinnen.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge ob PKW oder LKW könnten ein Traum sein. Die Motoren haben Wirkungsgrade von über 90 %
und sind sehr robust. Im wesentlichen besteht ein Elektromotor aus 2 Kugellagern und einer drehende Welle in einem Gehäuse. Laufleistungen von über 500.000 km sind leicht zu schaffen.

Aber es gibt ein großes bis jetzt nicht überwundenes Handikap. Da Benzin und Diesel sehr energiedicht sind, ist mit einem Tank von
50 Liter eine Reichweite von über 500 km zu erzielen. Völlig anders ist es mit Akkus. Diese sind schwer, voluminös, teuer und können nicht beliebig oft geladen werden. Daher sind die Reichweiten von Elektroautos mehr als kümmerlich. Weltweit wird zwar daran geforscht, die Leistungsfähigkeit von Akkus auf Augenhöhe mit fossilen Brennstoffen zu bringen. Aber selbst neueste Lithium Ion Akkus haben nur 5 % der Energiedichte von Benzin. Selbst wenn diese Dichte von neuen Akkutypen gegenüber Li Ion zu verdreifachen wäre, bliebe mit dann 15 % der Leistungsdichte von Benzin eine gewaltige Lücke.

Mit einem Wort, mit Akkus wird die gewünschte Mobilität jetzt und in Zukunft nicht zu verwirklichen sein. Es kommt hinzu, dass Rohstoffe die für die Akkuherstellung unentbehrlich sind, nur in beschränktem Umfang verfügbar sind. Es wäre fatal, wenn die
Mobilität wie sie für die Menschen unentbehrlich ist, an diesem Mangel scheitern würde.

Schorr Power Net und ...the future of driving.

Die erlösende Idee ist von Charly Schorr zum Patent angemeldet. Die Bahnen, ob ICE oder U-Bahn haben keinen Energievorrat an Bord. Sie übernehmen den Strom während der Fahrt genau an der Stelle wo er gebraucht wird. Ein ICE müßte 6 Batteriewagen mit sich schleppen, nur um die Strecke von München nach Nürnberg in einem Stück fahren zu können. Strom der z.B. aus einem Windpark in der Nordsee kommt, in München in einem Stunden dauernden Ladevorgang in den Akkus in chemisches Energiepotential zu verwandeln und dann dieses Energiepotential in den Akkus Richtung Nürnberg zu transportieren, es wäre der Wahnsinn.

Viel effizienter ohne Akkus geht es auch auf der Straße. In Straßen mit halbwegs Verkehr lohnt die Installation eines intelligenten Straßenstromnetzes welches wir Road Grid nennen. Die sich auf den Fahrbahnen bewegenden Fahrzeuge beziehen über einen Luftspalt induktiven Strom genau an der Stelle wo er gebraucht wird. Egal aus welcher Resource der Strom kommt und wo er erzeugt wurde. Es braucht keine Zwischenspeicherung. Der Strom wird, wie üblich im Netz, in dem Moment erzeugt wo er gebraucht wird. Nur 0,2 % aller erzeugten elektrischen Energie wird in Akkus zwischengespeichert. 98,8 % allen Stroms wird dann produziert wenn er gebraucht wird. Das gilt für den Strom der einen ICE voranbringt, genauso wie für die Straßenbeleuchtung oder den Fernseher zuhause. Natürlich wäre es nicht wirtschaftlich, auch in die letzte Sackgasse, in welcher sich nur 5 Autos am ganzen Tag verirren auch solch ein Road Grid zu verlegen. Um solche Örtlichkeiten befahren zu können wird man Elektroautos mit Akkus ausstatten, die dem Fahrzeug 10 - 30 km autarke Reichweite abseits des Road Grid ermöglichen. Ähnlich wie man in heutigen Fahrzeugen auch einmal einen Reservekanister dabei hat, kann die Akkuausstattung auch variabel sein. Sobald das Fahrzeug wieder auf das "road grid" zurückkehrt, werden die Akkus geladen und es steht volle Power für Antrieb, Klimatisierung, Beleuchtung usw. zur Verfügung.

Das "road grid" besteht aus kurzen Abschnitten, die dicht an der Oberfläche der Fahrbahn in die Straße eingeritzt sind. Nur der Abschnitt der sich unter einem Elektroauto befindet ist eingeschaltet. Das System ist wetterfest und vandalismussicher. Die Abrechnung der bezogenen Energiemengen kann vielfältig sein. Eine Möglichkeit ist, eine Monatsrechnung vom "road grid"
Betreiber zu erhalten, ähnlich wie eine Handyrechnung. Oder aber eine prepaid Karte zu nutzen, mit der man dann eine bestimmte Strommenge bezahlt und damit eine gewisse Fahrstrecke zurücklegen kann.

Dieser neue Denkansatz der Energieversorgung von Straßenfahrzeugen überwindet einen Flaschenhals. Oft in der Technikgeschichte hat solch ein Ereignis eine Vielfalt von Innovationen angestossen. Erste Handys waren nur mobile Telefone. Heutige Geräte wie z.B. das iphone sind vielfältig nutzbare Geräte bei denen das telefonieren nur eines unter mehreren Funktionen ist.

Für Elektrofahrzeuge ist es ein leichtes, das in die Fahrbahn eingeritzte road grid zur Spurführung zu nutzen. Selbstgesteuert kann solch ein Fahrzeug seine Insassen z.B. auf einer Autobahn von Berlin nach Hamburg bringen. Da in diesem Konzept die Straßenfahrzeuge jederzeit mit dem Netz in Verbindung sind, ist auch jederzeit die notwendige Energie an der Stelle verfügbar an der sie gerade gebraucht wird. Egal ob diese für einen rasanten Überholspurt gebraucht wird, oder ein schwer beladener LKW
mit konstanter Geschwindigkeit seine 30 t Fracht voran bringt.

Es ist eine Milchmädchenrechnung. Die heutige Logistikkette für die Straßenmobilität verursacht gigantischen Aufwand. Aus dem Bohrloch in die Pipeline, in den Supertanker, in Binnenschiffe, Kesselwagenzüge, Tanklaster und Tankstellen. Nur 100 Liter von
140 geföderten Litern kann man an der Tankstelle abfüllen. 40 Liter sind draufgegangen um den Benzin zur Tankstelle zu bringen.

Mit ca. 1 Million Tonnen Kraftstoff sind allein in Deutschland die Fahrzeuge jeden Tag unterwegs. Sie transportieren Benzin oder Diesel von Nord nach Süd, oder von Süd nach Nord um diesen zum endgültigen Ort der Verbrennung zu bringen.






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